Nachts um zwei, ohne Anruf

Essay. Latitude59, Tal­linn 2026.

Eine Frau sag­te mir am Ran­de der Latitude59 in Tal­linn, hier füh­le es sich siche­rer an als in den Städ­ten, die sie kann­te. Sie kön­ne nachts um zwei aus der Knei­pe nach Hau­se gehen, ohne mit einer Freun­din zu ver­ein­ba­ren, dass sie anruft, sobald sie gut ange­kom­men sei. Die­se Sicher­heits­vor­keh­rung ken­ne ich auch von Frau­en in Deutsch­land. Dass sie in Tal­linn nicht nötig sein soll, mach­te mich hell­hö­rig. Ich fing an, ande­re Frau­en zu fra­gen, ob es ihnen ähn­lich gehe.

Was als bei­läu­fi­ge Bemer­kung begann, wur­de über mei­ne Tage in der Stadt zu einer Beob­ach­tung, und die Beob­ach­tung zu einer Fra­ge, die ich nicht sau­ber beant­wor­ten kann: Was heißt "sicher", und wer darf das Wort für bare Mün­ze neh­men?

Die­ser Essay hält fest, was ich gehört, gefragt und nach­re­cher­chiert habe. Er endet nicht mit einer Lösung, son­dern mit den Stel­len, an denen ich selbst nicht wei­ter­kom­me.

Fast zu einig

Wäh­rend mei­ner Tage in Tal­linn sprach ich mit rund fünf­zehn Per­so­nen über das The­ma, zehn davon Frau­en. Die Zustim­mung war breit und auf­fäl­lig ein­heit­lich. Zwei est­ni­sche Grün­de­rin­nen bestä­tig­ten den Ein­druck für Tal­linn ohne Ein­schrän­kung. Als ich nach­frag­te, ob Beläs­ti­gung hier nur sel­te­ner sei als anders­wo, kor­ri­gier­ten sie mich: nicht sel­te­ner, das gebe es hier nicht.

Eine ande­re ver­glich Tal­linn mit Syd­ney, das sie als unsi­cher erlebt hat­te, und sag­te, es sei hier in Tal­linn deut­lich bes­ser gewor­den; vor fünf­zehn Jah­ren sei das noch anders gewe­sen.

Auf die Fra­ge, wor­an das lie­ge, kam meist ein unsi­che­res Schul­ter­zu­cken. Eini­ge reich­ten Erklä­run­gen nach: eine Zurück­hal­tung, nach der man im öffent­li­chen Raum weni­ger auf­ein­an­der zugeht und eher für sich bleibt als in ande­ren euro­päi­schen Län­dern, ein Zug, den ich für den nor­di­schen Raum an ande­rer Stel­le beschrie­ben habe [1]; ein Gene­ra­tio­nen­ef­fekt; dass Jun­gen in der Schu­le lern­ten, Türen auf­zu­hal­ten und Mäd­chen zuerst gehen zu las­sen.

Das sind All­tags­deu­tun­gen, kei­ne beleg­ten Ursa­chen, und ich gebe sie als das wie­der, was sie waren: Ver­su­che, etwas zu erklä­ren, das die Spre­chen­den selbst über­rasch­te.

So viel Über­ein­stim­mung macht eine Aus­kunft glaub­wür­dig und zugleich ver­däch­tig.

  • Glaub­wür­dig, weil in von­ein­an­der getrenn­ten Gesprä­chen die Per­so­nen das­sel­be sagen.
  • Ver­däch­tig, weil eine Grup­pe, die sich ähn­lich ist, leicht das­sel­be sieht und das­sel­be über­sieht.

Die­sen zwei­ten Gedan­ken schob ich zunächst bei­sei­te. Er kam zurück, und mit ihm ein Satz aus dem ers­ten Gespräch, den ich nicht auf­ge­schrie­ben hat­te.

Der Pitch Room

Die zwei­te Ebe­ne betrat das Gespräch bei­läu­fig. Bei einem der Ter­mi­ne sag­te eine Frau, auf der Stra­ße füh­le sie sich sicher, aber sie sei gewarnt wor­den, dass es im Raum, in dem es um Macht und Geld geht, anders sein kön­ne. Dazu gebe es einen Arti­kel.

Der Arti­kel stammt von der Grün­de­rin Liis Narusk und erschien Ende April 2026 [2]. Sie beschreibt dar­in, wie Frau­en im Fun­ding-Umfeld über­grif­fi­ges Ver­hal­ten erle­ben, das männ­li­che Grün­der oft nicht mit­be­kom­men. Die Täter in den Fäl­len, die sie beschreibt: männ­li­che Inves­to­ren, die das Geld haben, und damit auch die Macht. Sie ver­weist unter ande­rem auf eine Umfra­ge von Y Com­bi­na­tor und Cal­lis­to, nach der etwa eine von fünf befrag­ten Grün­de­rin­nen unan­ge­mes­se­nes Ver­hal­ten von Inves­to­ren berich­te­te, in fünf­zehn Fäl­len bis zur sexu­el­len Nöti­gung [3].

Leerer Veranstaltungssaal nach einer Konferenz. Leere Stuhlreihen vor einer kleinen, abgedunkelten Bühne mit einem einzelnen Mikrofonständer, warmes Punktlicht, keine Personen.
Der­sel­be Tag, ein ande­rer Raum. Hier wird über Geld ent­schie­den, und man­che Fra­ge fällt nur den Frau­en auf.

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In mei­nen eige­nen Gesprä­chen klang die­se zwei­te Ebe­ne unter­schied­lich laut. Eine Grün­de­rin berich­te­te, im Foun­ding-Umfeld habe sie eine deut­lich gerin­ge­re Wert­schät­zung erfah­ren als männ­li­che Grün­der; ob aus eige­ner Erfah­rung oder aus Erzäh­lun­gen, woll­te sie nicht sagen. Kon­kret wur­de sie an einem Punkt: Sie sei auf einem Grün­dungs­event ernst­haft gefragt wor­den, ob sie wis­se, was Ven­ture Capi­tal sei. Einem männ­li­chen Grün­der, da ist sie sich sicher, wür­de man die­se Fra­ge nicht stel­len. Ihre Ein­ord­nung blieb zurück­hal­tend: Est­land sei an einem Punkt sei­ner Ent­wick­lung, das brau­che vor allem Zeit.

Ein est­ni­scher Gesprächs­part­ner las die­sel­be Art von Fra­ge anders. Sie kön­ne eine Eröff­nungs­fra­ge sein, die man jedem stel­le, unab­hän­gig vom Geschlecht. Ob die eine oder die ande­re Les­art näher an der Absicht lag, kann ich nicht ent­schei­den. Aber die Wahr­neh­mung, als Grün­de­rin weni­ger ernst genom­men zu wer­den als Män­ner auf ver­gleich­ba­rem beruf­li­chen und Bil­dungs­ni­veau, ken­ne ich auch aus Berich­ten aus Deutsch­land.

Und eine Stu­die unter­mau­ert die­se Wahr­neh­mung. Eine Erhe­bung aus dem Jahr 2025 hat 361 inter­na­tio­na­le Investor*innen mit dem Cross­wi­se-Modell befragt, einer Tech­nik, die voll­stän­di­ge Anony­mi­tät garan­tiert und den Drang dämpft, sozi­al erwünscht zu ant­wor­ten [4]. Unter die­sem Schutz hiel­ten 26,9 Pro­zent die Betei­li­gung von Frau­en an Grün­dungs­teams für über­schätzt, 15,3 Pro­zent hiel­ten Frau­en für schlech­te Grün­de­rin­nen, und 11,9 Pro­zent wür­den nicht in Unter­neh­men mit weib­li­cher Füh­rung inves­tie­ren.

Die Stu­die kann nichts über den kon­kre­ten Ein­zel­fall sagen, aber sie zeigt, dass das Umfeld, in dem sol­che Fra­gen fal­len, im Schnitt nicht neu­tral ist.

Flirt oder Übergriff

Die bei­den est­ni­schen Grün­de­rin­nen, die die Stra­ße so ein­deu­tig beschrie­ben hat­ten, gin­gen mit die­ser zwei­ten Ebe­ne selbst­be­wusst um. Sie kann­ten Naruks Arti­kel und hat­ten ihn dis­ku­tiert. Eige­ne nega­ti­ve Erfah­run­gen hat­ten sie nicht gemacht. Einen Fun­ding-Pro­zess wür­den sie abbre­chen, falls ein Inves­tor sich unpro­fes­sio­nell-über­grif­fig ver­hal­ten soll­te. Ter­mi­ne näh­men sie zu zweit wahr, nicht aus Vor­sicht, son­dern weil es mehr Spaß mache.

Meh­re­re Frau­en hat­ten zwi­schen Situa­tio­nen unter­schie­den: Die­sel­be Bemer­kung kön­ne im pri­va­ten Rah­men ein Flirt sein und in einem pro­fes­sio­nel­len Umfeld wie einer Grün­der­mes­se ein Über­griff. Eine der bei­den est­ni­schen Grün­de­rin­nen zog die­se Gren­ze nicht. Ein Flirt sei für sie in Ord­nung, unab­hän­gig vom Umfeld. Ent­schei­dend sei für sie etwas ande­res: dass sie ein kla­res Nein geben kön­ne und der ande­re es anneh­me und sich dar­an hal­te. Sie beschrieb es als ein Spiel aus klei­nen Schrit­ten. Einer signa­li­siert Inter­es­se, die ande­re reagiert, und dann wird es span­nend, oder es endet.

Das ist ihre per­sön­li­che Gren­ze, kei­ne all­ge­mei­ne Regel dafür, was im beruf­li­chen Umfeld in Ord­nung ist. Das kla­re Nein, von dem sie spricht, steht nicht jeder Frau gleich offen, und es besei­tigt das Macht­ge­fäl­le nicht: Wer auf das Kapi­tal des Gegen­übers ange­wie­sen ist, ris­kiert damit mehr als eine Abfuhr. Ob ein Inves­tor eine Bemer­kung als harm­lo­sen Flirt meint, ent­schei­det ohne­hin nicht dar­über, wie sie bei der Grün­de­rin ankommt. Ihre Ant­wort zeigt vor allem, dass auch Frau­en, die das­sel­be Umfeld ken­nen, sei­ne Situa­tio­nen unter­schied­lich bewer­ten.

Was sich hier abzeich­net, ist nicht Tal­linn als siche­rer oder unsi­che­rer Ort, son­dern meh­re­re Ebe­nen der­sel­ben Stadt. Die Stra­ße ist die eine Ebe­ne. Das Umfeld, in dem über Geld ent­schie­den wird, ist eine zwei­te. Und der beruf­li­che Rah­men ist für vie­le Frau­en noch ein­mal eine ande­re Ebe­ne als der pri­va­te, in dem geflir­tet wird. Die­sel­be Bemer­kung kann auf der einen Ebe­ne ein Spiel sein und auf der ande­ren ein Über­griff.

Was ich nicht fragen muss

Ich bin männ­lich, weiß und gut gebil­det, also in mehr­fa­cher Hin­sicht pri­vi­le­giert. Wenn ich eine frem­de Stadt besu­che, ist die ein­zi­ge Sicher­heits­fra­ge, die ich mir rea­lis­tisch stel­le, ob ich irgend­wo in eine kör­per­li­che Aus­ein­an­der­set­zung gera­ten oder aus­ge­raubt wer­den könn­te. Dass die Lis­te an die­ser Stel­le endet, dass sexu­el­le Beläs­ti­gung, Cat­cal­ling und die stän­di­ge Lage­ein­schät­zung im öffent­li­chen Raum dar­auf gar nicht erst vor­kom­men, ist selbst ein Pri­vi­leg. Ich neh­me den Satz "Die Stra­ßen hier sind sicher" für bare Mün­ze, weil "sicher" für mich etwas ande­res und Enge­res bedeu­tet als für die Frau­en, die ich gefragt habe.

Die For­schung hat dafür einen Begriff. Safe­ty work beschreibt die all­täg­li­che, oft unbe­wuss­te Sicher­heits­ar­beit, die Frau­en leis­ten: den Heim­weg ändern, die Sitz­wahl im Nah­ver­kehr abwä­gen, den Schlüs­sel zwi­schen den Fin­gern hal­ten, Kopf­hö­rer auf­set­zen, um nicht ansprech­bar zu wir­ken [5]. In einer 2022 berich­te­ten Befra­gung gaben 37 Pro­zent der Frau­en an, ruhi­ge Orte wie Parks nach Ein­bruch der Dun­kel­heit zu mei­den, gegen­über 24 Pro­zent der Män­ner. Der Satz mit der Freun­din und dem Anruf, der mir auf­ge­fal­len war, ist genau die­se Arbeit, nur aus­ge­spro­chen. In mei­nen eige­nen Stadt­be­su­chen kommt sie nicht vor.

Und dann ist da der Satz, den ich nicht auf­ge­schrie­ben hat­te. Die­sel­be Frau, die von der Sicher­heit nachts um zwei sprach, hat­te hin­zu­ge­fügt, das wäre viel­leicht anders, wenn sie eine dunk­le­re Haut­far­be hät­te. Ich habe es im Moment nicht notiert. Es kam erst Tage spä­ter zurück, als ich die Gesprä­che ord­ne­te. Der blin­de Fleck lag nicht in dem, was mir gesagt wur­de. Er lag dar­in, was ich für notie­rens­wert hielt. Die wich­tigs­te Ein­schrän­kung mei­ner gan­zen Beob­ach­tung stand schon im ers­ten Gespräch, und ich hat­te sie über­hört.

Wen ich nicht gefragt habe

Die zehn Frau­en, deren Aus­kunft so ein­heit­lich war, waren Teil­neh­me­rin­nen und Gäs­te der Latitude59. Das erklärt die Zusam­men­set­zung der Run­de: euro­pä­isch gele­sen, gut gebil­det, beruf­lich unter­wegs, ver­mut­lich nicht so häu­fig in der tou­ris­ti­schen Par­ty­welt der Stadt. Ich gehö­re, bis auf das Geschlecht, in die­sel­be Grup­pe, und das ist Teil des Pro­blems. Ihre Sicher­heit ist real, und sie sagt zugleich wenig über zwei Grup­pen, die in mei­ner Run­de nicht saßen.

Dunkle Hausfassade bei Nacht mit einem Raster aus Fenstern. Fast alle dunkel, ein einziges Fenster warm erleuchtet, die Etagen wirken wie übereinanderliegende Ebenen, keine Personen.
Eine Stadt hat mehr Ebe­nen, als der Gast sieht. Die wich­tigs­te Ein­schrän­kung stand schon im ers­ten Gespräch.

Die Partywelt nebenan

Die ers­te Grup­pe bewegt sich im Nacht­le­ben. Die Stadt Tal­linn hat 2024 zusam­men mit dem est­ni­schen Sozi­al­ver­si­che­rungs­amt die Kam­pa­gne "Mär­ka. Sek­ku. Aita." gestar­tet (auf Deutsch etwa: bemer­ken, ein­grei­fen, hel­fen). Die Initia­ti­ve beinhal­tet einen Leit­fa­den und Schu­lun­gen für das Per­so­nal von Nacht­lo­ka­len, nach dem Vor­bild der Women's Night Safe­ty Char­ter aus Lon­don [6].

Eine Umfra­ge des Amts ergab, dass 73 Pro­zent der Frau­en und 32 Pro­zent der Män­ner in Est­lands Nacht­le­ben eine Form sexu­el­ler Beläs­ti­gung erlebt haben. Wo eine Stadt Per­so­nal schu­len lässt und sol­che Zah­len erhebt, gibt es ein Pro­blem, auf das die Maß­nah­me reagiert. Mei­ne Gesprä­che erfass­ten die­sen Erfah­rungs­raum nicht.

Die zwei­te Grup­pe ist die, an die der über­hör­te Satz rühr­te. Ein Son­der­be­richt der est­ni­schen Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten von 2024 hält fol­gen­des fest: In einer Erhe­bung, die kei­nen Anspruch auf Bevöl­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­vi­tät erhebt, berich­te­ten 55 Pro­zent, dass sie belei­di­gen­de Kom­men­ta­re erlebt haben, und 71 Pro­zent unan­ge­mes­se­ne Bli­cke oder Ges­ten wegen ihrer Haut­far­be; am häu­figs­ten genannt wur­de Beläs­ti­gung im öffent­li­chen Raum [7].

Der Bericht nennt Ras­sis­mus in Est­land ein ver­steck­tes Pro­blem und merkt an, dass es bis­lang kaum Daten dazu gibt, weil sie nicht erho­ben wer­den. Ein Bericht des Inter­na­tio­nal Women's Net­work in Esto­nia aus dem­sel­ben Jahr sam­melt Schil­de­run­gen betrof­fe­ner Frau­en, dar­un­ter kör­per­li­che Gewalt im öffent­li­chen Raum [8].

Die Frau aus dem ers­ten Gespräch zu dem The­ma hat­te hier also einen Punkt, und ich war der­je­ni­ge, der ihn bei­na­he über­se­hen hät­te.

Was "sicher" heißt

Ich habe kei­ne Lösung, und ich miss­traue dem Drang, hier eine zu for­mu­lie­ren. Was die migran­tisch gele­se­nen Frau­en in Tal­linn erle­ben, habe ich nicht sys­te­ma­tisch erfragt, weil kei­ne von ihnen in mei­ner klei­nen Run­de saß, und die Daten, die es bräuch­te, gibt es kaum. Ob die Fra­ge nach dem Ven­ture Capi­tal ein Zei­chen war oder bloß Small­talk, kann ich von mei­ner Posi­ti­on aus nicht klä­ren. Bei­des bleibt offen.

Was bleibt, ist eine Stadt aus meh­re­ren Ebe­nen. Sie ist nicht sicher oder unsi­cher wie ein Schal­ter, der an oder aus steht. Sie ist sicher für bestimm­te Men­schen auf bestimm­ten Ebe­nen, und wer auf der ruhi­gen Ebe­ne ankommt, hält sie leicht für die gan­ze Stadt.

Ich habe das an mir selbst gese­hen, am Reflex, die ers­te, beru­hi­gen­de Aus­kunft genü­gen zu las­sen, und an dem Satz, den ich über­hört habe. Was "siche­re Stadt" heißt, hängt davon ab, wen man fragt, auf wel­cher Ebe­ne die Fra­ge gestellt wird, und ob der, der fragt, die Ant­wort hören kann, die nicht sei­ne eige­ne ist.

Quel­len

[1] Björn Burg­hard, "Für die Distanz gebaut", waycleft.com, Abschnitt zur nor­di­schen Zurück­hal­tung. https://waycleft.com/de/fuer-die-distanz-gebaut/#nordic

[2] Liis Narusk, "We need to talk about harass­ment", Fomo.Observer, 29. April 2026. https://fomo.observer/liis-narusk-we-need-to-talk-about-harassment/

[3] Y Com­bi­na­tor und Cal­lis­to, Umfra­ge unter Grün­de­rin­nen zu sexu­el­ler Nöti­gung und Über­grif­fen durch Inves­to­ren: 125 ange­schrie­be­ne Grün­de­rin­nen, 88 Ant­wor­ten, davon 19 mit unan­ge­mes­se­nen Vor­fäl­len, 15 mit sexu­el­lem Druck oder Quid-pro-quo (im eng­li­schen Ori­gi­nal: sexu­al coer­ci­on or quid-pro-quo). Ver­öf­fent­licht 2018; in Naruks Bei­trag über eine Sekun­där­quel­le auf 2025 datiert. https://www.ycombinator.com/blog/survey-of-yc-female-founders-on-sexual-harassment-and-coercion-by-angel-and-vc-investors/

[4] Lau­ra H. Koch, Eli­sa­beth S. C. Ber­ger, Andre­as Kuckertz, "Gen­der bias and dis­cri­mi­na­ti­on towards women entre­pre­neurs by ven­ture capi­ta­lists - a ran­do­mi­zed respon­se sur­vey", Ven­ture Capi­tal, 2025. Metho­de: Cross­wi­se-Modell, ein sen­si­ti­ves Befra­gungs­ver­fah­ren. Die befrag­te Per­son beant­wor­tet die heik­le Aus­sa­ge zusam­men mit einer harm­lo­sen Aus­sa­ge, deren Auf­tre­tens­wahr­schein­lich­keit bekannt ist, und gibt nur an, ob kei­ne, bei­de oder genau eine der Aus­sa­gen zutrifft. Dadurch lässt sich kei­ne ein­zel­ne Ant­wort einer Per­son zuord­nen, der Anteil in der Gesamt­grup­pe aber sta­tis­tisch schät­zen. Das garan­tiert Anony­mi­tät und senkt die Ten­denz zu sozi­al erwünsch­ten Ant­wor­ten. Stich­pro­be: 361 inter­na­tio­na­le Investor*innen. https://doi.org/10.1080/13691066.2025.2493049

[5] Zum Begriff safe­ty work: Liz Kel­ly (2012) sowie Vera-Gray und Kel­ly (2020). Der Wert 37 Pro­zent / 24 Pro­zent stammt aus einer 2022 berich­te­ten Erhe­bung (über The Con­ver­sa­ti­on, 2025). https://theconversation.com/women-are-three-times-as-likely-as-men-to-feel-unsafe-in-parks-heres-how-we-can-design-them-better-248465

[6] Kam­pa­gne "Mär­ka. Sek­ku. Aita." der Stadt Tal­linn und des est­ni­schen Sozi­al­ver­si­che­rungs­amts (Sot­sia­al­kind­lust­u­s­a­met), 2024, mit dem Leit­fa­den "Sexu­al Harass­ment-Free Night­li­fe", nach Vor­bild der Women's Night Safe­ty Char­ter (Lon­don) und Bris­tol Nights; Umfra­ge­wer­te (73 Pro­zent der Frau­en, 32 Pro­zent der Män­ner) eben­da. https://news.err.ee/1609267404/tallinn-releases-new-guide-to-create-sexual-harrassment-free-nightlife

[7] Gleich­stel­lungs- und Gleich­be­hand­lungs­be­auf­trag­te Est­lands (Võr­dõi­gus­voli­nik), Son­der­be­richt "Racial Dis­cri­mi­na­ti­on in Esto­nia 2024″, erho­ben von Civitta Esto­nia (55 Pro­zent / 71 Pro­zent). https://www.volinik.ee/en/information-materials/report-racial-discrimination-estonia.html, 104 Online­ant­wor­ten und 16 Inter­views.

[8] Inter­na­tio­nal Women's Net­work in Esto­nia (IWNE), Bericht zu Ras­sis­mus und Frem­den­feind­lich­keit, 2024. https://iwne.ee/wp-content/uploads/2024/11/IWNE__Report_on_Racism_and_Xenophobia_2024.pdf, öffent­lich ver­brei­te­te, anony­me Online­be­fra­gung.