Die Säge, der schiefe Schnitt und die 45 Prozent

Du schickst eine Fra­ge durch dei­nen KI-Assis­ten­ten, und er gibt dir einen sau­be­ren, selbst­si­che­ren Absatz zurück. Quel­len genannt, Ton abge­wo­gen, Struk­tur dicht. Du kopierst ihn in dei­nen Ent­wurf und machst wei­ter.

Drei Wochen spä­ter weist dich jemand dar­auf hin, dass zwei der Quel­len nicht exis­tie­ren und eine drit­te das Gegen­teil des­sen sagt, was behaup­tet wur­de. Das Werk­zeug hat funk­tio­niert. Das Ergeb­nis sah rich­tig aus. Aber der Schnitt war von Anfang an schief, und nichts im Pro­zess hat dir gesagt, dass du nach­prü­fen sollst.

Im Okto­ber 2025 ver­öf­fent­lich­ten die BBC und die Euro­päi­sche Rund­funk­uni­on eine Stu­die über KI-gene­rier­te Nach­rich­ten­ant­wor­ten. Deut­sche Medi­en redu­zier­ten sie auf eine ein­zi­ge Zahl: 45 Pro­zent der KI-Ant­wor­ten sei­en falsch.

Die tat­säch­li­chen Befun­de sind genau­er und inter­es­san­ter. Sie zei­gen nicht, dass KI ver­sagt. Sie zei­gen, was pas­siert, wenn ein Sys­tem dir genau in dem Moment kei­ne Rei­bung bie­tet, in dem du sie am drin­gends­ten brauchst.

Was die Studie tatsächlich geprüft hat

Die Euro­päi­sche Rund­funk­uni­on und die BBC woll­ten eine eng gefass­te Fra­ge beant­wor­ten: Geben KI-Assis­ten­ten Nach­rich­ten­in­hal­te des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks kor­rekt wie­der? Die­se Rah­mung ist wich­tig. Es war kein all­ge­mei­ner Test der KI-Schluss­fol­ge­rung oder der fak­ti­schen Zuver­läs­sig­keit. Die Stu­die soll­te mes­sen, wie gut Sprach­mo­del­le Inhal­te bestimm­ter Sen­der wie­der­ge­ben und zuord­nen.

Getes­tet wur­den ChatGPT, Micro­soft Copi­lot, Goog­le Gemi­ni und Per­ple­xi­ty AI in 14 Spra­chen, 18 Län­dern und mit Betei­li­gung von 22 öffent­lich-recht­li­chen Sen­dern, dar­un­ter ARD, ZDF, Deut­sche Wel­le, SRF, Rai und NOS.

Die Metho­dik beruh­te auf vier Kom­po­nen­ten.

  • Ers­tens lei­te­ten die For­schen­den 30 Fra­gen aus ech­ten Such­an­fra­gen auf den Nach­rich­ten­sei­ten der BBC und ihrer Part­ner ab. Das waren kei­ne KI-Prompts. Es waren Such­an­fra­gen im Stich­wort­for­mat: "Trump trade war?" oder "Who is the Pope?".
  • Zwei­tens wur­de jede Fra­ge mit einer ein­heit­li­chen Anwei­sung ver­se­hen: "Nut­ze nach Mög­lich­keit Quel­len von [Sen­der]."
  • Drit­tens wur­den tech­ni­sche Hür­den, die KI-Craw­ler nor­ma­ler­wei­se blo­ckie­ren, etwa robots.txt-Sperren, vor­über­ge­hend auf­ge­ho­ben, damit die Model­le auf Inhal­te zugrei­fen konn­ten, die sie sonst nie zu sehen bekä­men.
  • Vier­tens bewer­te­ten Journalist*innen rund 3.000 Ant­wor­ten anhand von fünf Kri­te­ri­en: fak­ti­sche Genau­ig­keit, Quel­len­nen­nung und Zuord­nung, Mei­nung gegen­über Fak­ten, Edi­to­ri­a­li­sie­rung und kon­tex­tu­el­le Voll­stän­dig­keit.

Das Design spie­gelt eine bestimm­te insti­tu­tio­nel­le Per­spek­ti­ve. Es simu­liert, was pas­siert, wenn jemand eine Goog­le-arti­ge Fra­ge in einen Chat­bot tippt und eine jour­na­lis­tisch ver­läss­li­che Ant­wort erwar­tet. Das ist ein legi­ti­mes Sze­na­rio. Aber es ist nicht das ein­zi­ge, und die Beschrän­kun­gen die­ses Auf­baus prä­gen jedes Ergeb­nis, das folgt.

Mehrere unterschiedliche Werkzeuge auf einer Skizze für Holzbearbeitung - alle bis auf eines durchgestrichen.
Die Stu­die woll­te tes­ten, wie KI mit Send­ein­hal­ten umgeht. Aber waren das die rich­ti­gen Werk­zeu­ge für die Fra­ge?

Was die Zahlen bedeuten

Die Schlag­zei­len­zahl: 45 Pro­zent aller Ant­wor­ten ent­hiel­ten min­des­tens ein "erheb­li­ches Pro­blem" (signi­fi­cant issue). Die­ser Aus­druck, direkt aus der Stu­die über­nom­men, wur­de zur Grund­la­ge einer Wel­le alar­mie­ren­der Bericht­erstat­tung. Aber die Stu­die selbst unter­schei­det zwi­schen Pro­blem­ty­pen, und die­se Unter­schei­dung ist zen­tral.

Rund 20 Pro­zent der Ant­wor­ten ent­hiel­ten fak­ti­sche Unge­nau­ig­kei­ten oder ver­al­te­te Infor­ma­tio­nen. Etwa 31 Pro­zent hat­ten Pro­ble­me bei den Quel­len: feh­len­de Bele­ge, fal­sche Zuord­nun­gen oder erfun­de­ne Ver­wei­se. Es gibt Über­schnei­dun­gen zwi­schen die­sen Kate­go­rien, aber der Kern bleibt. Ein gro­ßer Teil der bean­stan­de­ten Ant­wor­ten war nicht fak­tisch falsch. Er war schlecht belegt.

Das ist ein ech­tes Pro­blem. Eine Ant­wort, die etwas Wah­res sagt, es aber einer Quel­le zuschreibt, die nicht exis­tiert, unter­gräbt Ver­trau­en auf ande­re Wei­se als eine Ant­wort, die etwas Fal­sches behaup­tet. Bei­des in eine ein­zi­ge Pro­zent­zahl zu pres­sen und die­se Zahl dann "falsch" zu nen­nen, ver­deckt die Art des Ver­sa­gens. Der Unter­schied zwi­schen "Die­se Ant­wort ent­hält ein erheb­li­ches Pro­blem" und "Die­se Ant­wort ist falsch" ist kei­ne Spitz­fin­dig­keit. Er ist das gan­ze Argu­ment.

Ein schiefer Sägeschnitt in einem Holzbrett, daneben die angerissene Markierungslinie, die der Schnitt knapp verfehlt hat.
Am Wort­laut der Stu­die vor­bei­ge­sägt: nicht "Feh­ler", son­dern "Pro­ble­me".

Fünf methodische Schwächen

Die Stu­die ist trans­pa­rent in ihrem Design. Sie doku­men­tiert ihre Metho­den und macht ihre Gren­zen sicht­bar. Aber die­se Gren­zen sind erheb­lich, und wer sie ver­steht, sieht die Ergeb­nis­se anders.

Suchanfragen sind keine Prompts

Die Fra­gen der Stu­die stamm­ten aus ech­tem Such­ver­hal­ten auf Nach­rich­ten­sei­ten. Sie spie­geln, wie Men­schen Goog­le benut­zen, nicht, wie sie mit Sprach­mo­del­len umge­hen. Eine Such­ma­schi­ne ver­ar­bei­tet Stich­wör­ter. Ein Sprach­mo­dell ver­ar­bei­tet Bezie­hun­gen zwi­schen Kon­zep­ten und es reagiert auf Struk­tur, Spe­zi­fik und Rah­mung eines Prompts. Einem Chat­bot eine nack­te Stich­wort­an­fra­ge wie "Trump trade war" vor­zu­le­gen und das Ergeb­nis dann zu bewer­ten, als wäre es eine durch­dach­te Ant­wort, ist ein Miss­ver­hält­nis zwi­schen Werk­zeug und Ein­ga­be. Die Stu­die misst, was pas­siert, wenn man ein Sprach­mo­dell wie eine Such­ma­schi­ne behan­delt. Sie misst nicht, was das Modell kann, wenn man es nach sei­nen eige­nen Regeln benutzt.

Eine eingeschränkte Quellenumgebung

Die Anwei­sung "Nut­ze nach Mög­lich­keit Quel­len von [Sen­der]" begrenz­te jedes Modell auf die Inhal­te einer ein­zi­gen Medi­en­or­ga­ni­sa­ti­on. Die­se Design­ent­schei­dung hat einen kla­ren Zweck: Sie erlaubt einem Sen­der zu beur­tei­len, wie KI mit sei­nen eige­nen Inhal­ten umgeht. Aber sie bedeu­tet auch, dass die Stu­die nicht prüft, ob KI Infor­ma­tio­nen aus meh­re­ren Quel­len zusam­men­füh­ren, wider­sprüch­li­che Dar­stel­lun­gen abwä­gen oder eine kon­tex­tu­ell voll­stän­di­ge Ant­wort kon­stru­ie­ren kann. Sie prüft das Zitier­ver­hal­ten in einem künst­lich engen Daten­raum. Um beim Sägen­bild zu blei­ben: Hier wird getes­tet, was pas­siert, wenn man dem Werk­zeug nur eine Mate­ri­al­sor­te gibt. Nicht, wie gut das Werk­zeug schnei­det.

Kein Prompt Engineering

Die Model­le erhiel­ten kei­ne zusätz­li­chen Anwei­sun­gen über die Grund­fra­ge hin­aus. Kei­ne Vor­ga­be zum Ton, kei­ne Auf­for­de­rung zur Quel­len­prü­fung, kei­ne Anwei­sung, Unsi­cher­heit kennt­lich zu machen. Die For­schen­den taten das bewusst: Sie woll­ten "typi­sches Nut­zer­ver­hal­ten" simu­lie­ren. Aber typi­sches Nut­zer­ver­hal­ten mit einem Taschen­rech­ner sagt wenig über die Fähig­kei­ten des Taschen­rech­ners. Es sagt etwas über die Per­son davor. Die For­schung zeigt durch­gän­gig, dass die Qua­li­tät des Prompts einen mess­ba­ren, oft dras­ti­schen Effekt auf die Qua­li­tät des Ergeb­nis­ses hat. Ein Modell mit mini­ma­lem Promp­ting zu tes­ten und dar­aus Schlüs­se über sei­ne Zuver­läs­sig­keit zu zie­hen, ist, als wür­de man die Leis­tung eines Autos im Leer­lauf beur­tei­len.

Messwerkzeuge auf sandpapierhellem Hintergrund, ein Bandmaß und ein Anschlagwinkel, eines davon golden akzentuiert.
Wel­che Werk­zeu­ge mes­sen das, was ich eigent­lich mes­sen will?

Temporärer Zugang, nicht reproduzierbare Bedingungen

Wäh­rend des Test­zeit­raums wur­den tech­ni­sche Hür­den auf­ge­ho­ben, die KI-Sys­te­me nor­ma­ler­wei­se vom Zugriff auf Send­ein­hal­te abhal­ten. Das gab den Model­len mehr Daten, als ihnen in jedem rea­len Sze­na­rio zur Ver­fü­gung stün­den. Die Ergeb­nis­se spie­geln des­halb eine Best­fall-Zugangs­um­ge­bung wider, die sich von gewöhn­li­chen Nut­zen­den oder von For­schen­den mit eige­nen Aus­wer­tun­gen nicht repro­du­zie­ren lässt. Die Test­be­din­gun­gen wur­den künst­lich ver­bes­sert. Das stärkt die Ergeb­nis­se in einer Hin­sicht und unter­gräbt zugleich ihre Ver­all­ge­mei­ner­bar­keit.

Eine Momentaufnahme beweglicher Ziele

Die Stu­die wur­de zwi­schen Ende Mai und Mit­te Juni 2025 durch­ge­führt, in einer Pha­se schnel­ler Modell­ent­wick­lung. ChatGPT war im Über­gang zu GPT-4o, Goog­le roll­te Gemi­ni 1.5 aus, Micro­soft inte­grier­te Copi­lot tie­fer, und Per­ple­xi­ty kom­bi­nier­te erst­mals Live-Suche mit LLM-Tech­no­lo­gie. Busi­ness Punk ver­glich das in sei­ner Bericht­erstat­tung mit einer Bewer­tung des auto­no­men Fah­rens von 2025 auf Basis der Tech­nik von 2018, ver­öf­fent­licht unter der Schlag­zei­le "Selbst­fah­ren­de Autos sind unsi­cher". Die Stu­die hält einen Moment fest. Sie eta­bliert kei­nen sta­bi­len Leis­tungs­maß­stab, und sie kann es nicht, weil sich die Tech­nik, die sie bewer­tet, schnel­ler ver­än­dert, als jedes klas­si­sche Stu­di­en­de­sign es auf­fan­gen kann.

Was die Studie dennoch leistet

Kei­ner die­ser Ein­wän­de ent­wer­tet die For­schung. Die Stu­die ist metho­disch doku­men­tiert, in ihrem Vor­ge­hen prin­zi­pi­en­treu und in vie­len Punk­ten repro­du­zier­bar. Sie iden­ti­fi­ziert ech­te, wie­der­keh­ren­de Mus­ter: sys­te­ma­ti­sche Schwä­chen bei der Quel­len­zu­ord­nung, Pro­ble­me mit der Aktua­li­tät von Infor­ma­tio­nen und ein hart­nä­cki­ges Ver­säum­nis, fak­ti­sche Bericht­erstat­tung von redak­tio­nel­ler Rah­mung zu tren­nen.

Sorg­fäl­tig gele­sen zeigt sie nicht, dass "KI unzu­ver­läs­sig ist". Sie zeigt, dass KI, die wie eine Such­ma­schi­ne benutzt wird, auf eine ein­ge­schränk­te Daten­quel­le gerich­tet ist und mit mini­ma­lem Promp­ting Ergeb­nis­se lie­fert, die jour­na­lis­ti­schen Stan­dards nicht genü­gen. Das ist ein bedeut­sa­mer Befund. Es ist auch eine viel spe­zi­el­le­re Aus­sa­ge als die, für die sich die meis­te Bericht­erstat­tung ent­schie­den hat.

Was die Medien falsch gemacht haben

Die Schlag­zei­len erzäh­len ihre eige­ne Geschich­te.

Hei­se: "Falsch­in­for­ma­ti­on durch KI: 45 Pro­zent der Ant­wor­ten feh­ler­haft". Blick aus der Schweiz: "KI-Chat­bots ver­dre­hen bei Nach­rich­ten fast jede zwei­te Ant­wort". Tages­schau: "KI-Chat­bots lügen bei 40 Pro­zent der Ant­wor­ten", eine Schlag­zei­le, die spä­ter still kor­ri­giert wur­de. Das Mus­ter ist über die Redak­tio­nen hin­weg das­sel­be: Die 45-Pro­zent-Zahl wird aus ihrem Kon­text gelöst, aus "erheb­li­chem Pro­blem" wird "feh­ler­haft" oder "falsch", und die Unter­schei­dung der Stu­die selbst zwi­schen Quel­len­pro­ble­men und fak­ti­schen Unge­nau­ig­kei­ten ver­schwin­det.

Eine genaue­re Schlag­zei­le hät­te gelau­tet: "Stu­die: Rund 45 Pro­zent der KI-gene­rier­ten Nach­rich­ten­ant­wor­ten zei­gen Pro­ble­me bei Quel­len oder fak­ti­scher Genau­ig­keit." Weni­ger dra­ma­tisch. Ehr­li­cher. Und deut­lich weni­ger nütz­lich, um Klicks zu erzeu­gen.

Busi­ness Punk lie­fer­te eine schär­fe­re Les­art. Hin­ter der Stu­die, so das Argu­ment, liege ein Macht­kon­flikt: Wer kon­trol­liert künf­tig den Zugang zur Wahr­heit, Medi­en­or­ga­ni­sa­tio­nen oder KI-Model­le? Für die BBC und die EBU steht viel auf dem Spiel: Ver­trau­en, Ein­fluss, Legi­ti­mi­tät.

Indem sie KI-Assis­ten­ten als feh­ler­an­fäl­lig rah­men, sichern sie sich eine Art mora­li­sche Deu­tungs­ho­heit. Das macht die Stu­die nicht unred­lich. Aber es macht die Rah­mung um sie her­um zu etwas, das die­sel­be kri­ti­sche Auf­merk­sam­keit ver­dient, die die Stu­die von uns gegen­über KI-Aus­ga­ben ver­langt.

Ein kleiner, kurzer Sägeschnitt in einem Brett erzeugt eine riesige Menge digitalen Sägemelhs aus leuchtenden Nullen und Einsen.
War­um mach­ten Redak­tio­nen aus "erheb­li­chen Pro­ble­men" ein Feu­er­werk über KI-Falsch­in­for­ma­ti­on?

Die Reibung, die fehlt

Das tie­fe­re Pro­blem, das die Stu­die zuta­ge för­dert, viel­leicht unge­wollt, betrifft nicht die Genau­ig­keit von KI. Es betrifft das Feh­len von Rei­bung in Sys­te­men, die unsi­che­re Aus­ga­ben mit gro­ßer Sicher­heit prä­sen­tie­ren.

Ein Sprach­mo­dell weiß nichts. Es sagt vor­aus. Wenn es einen sau­be­ren Absatz mit zitier­ten Quel­len pro­du­ziert, berich­tet es nicht. Es erzeugt die sta­tis­tisch wahr­schein­lichs­te Fort­set­zung dei­ner Ein­ga­be. Ist die­se Ein­ga­be vage, wird die Aus­ga­be vage. Fragt die Ein­ga­be nach Quel­len, pro­du­ziert das Modell womög­lich plau­si­bel aus­se­hen­de Bele­ge, die nicht exis­tie­ren. Nichts in der Ober­flä­che signa­li­siert das. Nichts bremst dich. Nichts fragt: "Bist du sicher, dass du dem ver­trau­en willst?"

Das ist der schie­fe Schnitt. Kein Werk­zeug, das ver­sagt, son­dern ein Werk­zeug, das auf eine Wei­se gelingt, die sich von ver­läss­li­cher Aus­ga­be nicht unter­schei­den lässt, und ein Pro­zess, der kei­nen Moment des Wider­stands bie­tet, in dem du den Feh­ler bemer­ken könn­test.

Der Fall der Ber­li­ner Löwin von 2023 lohnt hier die Erin­ne­rung. Ein ver­wa­ckel­tes Han­dy­vi­deo, ein Gerücht, und inner­halb von Stun­den glaub­te halb Deutsch­land, eine Löwin strei­fe frei durch die Vor­or­te. Es war ein Wild­schwein. Kei­ne KI war betei­ligt. Kein Algo­rith­mus ver­stärk­te die Geschich­te. Nur Men­schen, die teil­ten, was sie glaub­ten, und Medi­en, die ein­an­der zitier­ten. Eine Wel­le der Falsch­in­for­ma­ti­on braucht kei­ne KI. Sie braucht nur das Feh­len von Rei­bung an dem Punkt, an dem jemand beschließt, zu ver­trau­en und zu tei­len.

Die EBU/BBC-Stu­die ist nicht der Skan­dal, zu dem sie gemacht wur­de. Sie ist ein Spie­gel. Sie zeigt, wie wir mit Werk­zeu­gen umge­hen, die wir nicht ganz ver­ste­hen, wie wir flüs­si­ge Aus­ga­be mit ver­läss­li­cher Aus­ga­be ver­wech­seln, und wie wir, wenn der Schnitt schief gerät, nach der Säge grei­fen, statt zu prü­fen, wie wir sie gehal­ten haben.

Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Lek­tü­re


Ori­gi­nal­stu­die: EBU/BBC (2025): News Inte­gri­ty in AI Assistants (PDF)

Deutsch­spra­chi­ge Bericht­erstat­tung über die Stu­die: